Hilden - Stadt macht ihre großen Lastwagen sicherer!

Hilden Die Stadt hat schon drei Großfahrzeuge der Müllabfuhr mit Assistenzsystemen nachgerüstet. Sie warnen den Fahrer beim Abbiegen oder Rückwärtsfahren vor Fußgängern oder Radfahrern.

In Köln steht ein Müllwagenfahrer (38) wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Er hatte im Mai vergangenen Jahres einen Siebenjährigen beim Rechtsabbiegen übersehen und überrollt. Als Konsequenz wollen die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe knapp 200 Müllwagen mit Kameraassistenzsystemen nachrüsten – bis Ende des Jahres.

Der letzte schlimme Unfall dieser Art in Hilden liegt glücklicherweise schon zehn Jahre zurück. Beim Rückwärtsfahren überrollte der Fahrer eines Müllwagens einen Kollegen und verletzte ihn schwer. Der städtische Bauhof rüstet jetzt zehn Großfahrzeuge der Müllabfuhr mit Assistenzsystemen für mehr Sicherheit aus. Dafür hat der Stadtrat rund 150.000 Euro bereit gestellt.

Fuhrparkleiter Daniele Rizzuti zeigt die Infrarot-Detektoren, die den Rückraum des Müllwagens überwachen.⇥ RP-Fotos (4): Christoph Schmidt.Foto: Christoph Schmidt

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Sie dürfen nur noch mit weiteren Sicherheitsvorkehrungen befahren werden.

Es handelt sich um ein Kamera-Monitor-Sensor-System, erläutert Bauhof-Leiter Ulrich Hanke: „Mit der 3D-Sensortechnik wird der Fahrzeugrückraum im 180-Grad-Winkel mit Signalausgabe bis zu vier Meter über Fahrzeugbreite überwacht – aktiviert mit Einlegen des Rückwärtsganges.“ Die Rückfahrgeschwindigkeit ist auf 9 km/h begrenzt. Auf einem Monitor sieht der Fahrer Gefahren hinter dem Lkw farblich dargestellt. „Taucht hinter dem rückwärts fahrenden Müllfahrzeug plötzlich ein Kind oder ein Radfahrer auf, stoppt der Wagen automatisch“, so Hanke: „Das System kann zwischen statischen und dynamischen Objekten unterscheiden. Positiver Nebeneffekt ist deshalb auch die Vermeidung von Schäden am Fahrzeug.“

Der neue Müllwagen hat rund 290.000 Euro gekostet und ist mit 3D-Abbiege- und Rückfahr-Assistent ausgestattet. Foto: Christoph Schmidt

Auch die Beifahrerseite wird – zusätzlich zu den Seitenspiegeln – von einer Kamera aufgenommen, um so den toten Winkel zu überwachen, erläutert Fuhrparkleiter Daniele Rizzuti: „Setzt der Fahrer den rechten Blinker, schaltet sich automatisch die Kamera ein und der Fahrer sieht das Bild auf einem Monitor.“ Die Seitenbereichsüberwachung warnt den Fahrer akustisch und optisch, sobald eine Person in den überwachten Bereich eindringt. Laut Hersteller ViSy wird die Person in ihrer Bewegung und Größe erfasst und je nach Gefahrenpotential dem Fahrer signalisiert.

Drei Monitore: Blick ins Cockpit des Müllwagen-Fahrers. Foto: Christoph SchmidtDrei Großfahrzeuge hat der städtische Bauhof mit dem neuen Sicherheitssystem bereits nachgerüstet. Auch der gerade erst gelieferte neue Müllwagen (Preis: rund 290.000 Euro) verfügt über 3D-Seiten-Bereichsüberwachung. Bevor der orange farbene Dreiachser mit 350 PS und zehn Tonnen Ladekapazität auf die Straße rollt, muss er vom Bauhof abgenommen werden.

Eine Kamera am rechten Seitenspiegel überwacht den toten Winkel. Foto: Christoph Schmidt

Von der verbesserten Sicherheit der städtischen Großfahrzeuge profitieren viele Menschen in Hilden. Denn die Lastwagen und Sonderfahrzeuge sind nahezu täglich auf den Straßen unterwegs. Gut 27.000 Tonnen Hausmüll, Sperrgut, Altpapier und Bioabfälle fahren sie pro Jahr ab. 13.000 Müllgefäße werden pro Woche geleert. Dafür sind die Müllwagen 1331 mal auf Tour. 9100 Sperrgutstellen steuern sie pro Jahr an, etwa 50 am Tag.

Beim Deutschen Verkehrstag in Goslar haben Experten die Bundesregierung aufgefordert, Abbiege- und Notbrems-Assistenten für alle neuen Lastwagen und Busse verbindlich vorzuschreiben. Jährlich kämen bei Lkw- und Bus-Unfällen bundesweit rund 900 Menschen ums Leben, 8500 werden schwer verletzt. Die EU will eine Pflicht für Abbiege-Assistenten für neue Lkw ab 2022 erlassen. Die Bundesregierung wäre für eine schnellere Einführung, verweist aber auf die nötige EU-Regelung.

Die Kreisverkehrswacht Mettmann hat in der vergangenen Woche 360 Schüler aus fünf Schulen in Hilden und Velbert im Rahmen der Aktion „Toter Winkel“ geschult. Nach der theoretischen Einführung im Klassenzimmer durch Mitarbeiter der Kreisverkehrswacht und der Polizei konnten sich die Viertklässler an einem Lkw selbst von den eingeschränkten Sichtmöglichkeiten der Lkw-Fahrer überzeugen. Dazu stellen sich die Schüler auf ausgelegte Planen, die den „Toten Winkel“ eines Fahrzeuges markieren. Im Führerhaus durften die Kinder abwechselnd prüfen, ob die übrigen Schüler zu sehen sind. Erstaunt stellten sie fest, dass trotz der sechs Außenspiegel die übrige Klasse aus Sicht des Fahrers nicht zu sehen war. Auf diese Weise konnten die Mädchen und Jungen selbst erleben, wie groß der Raum ist, in dem man für den Fahrer unsichtbar ist.

https://rp-online.de/nrw/staedte/hilden/hilden-macht-grosse-muellwagen-sicherer_aid-35995017

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